Tandem2 - Bildungsförderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund

Evangelische Jugend Stuttgart

Die in Stuttgart lebenden jungen Menschen verfügen mehrheitlich über einen Migrationshintergrund, weshalb das Zusammenleben zwischen Menschen verschiedener Herkunft seit vielen Jahren durch verschiedene Akteure bewusst gestaltet wird.

Das ZEBRA (Zentrum der Evangelischen Jugend in Bad Cannstatt im Ludwig-Raiser-Haus) beheimatet das Schülercafe´, in dem wir täglich Mittagessen für Schülerinnen und Schüler der umliegenden Schulen anbieten. Sowohl beide Realschulen als auch das Gymnasium haben einen sehr hohen Anteil an jungen Menschen mit Migrationshintergrund.

An diesem Ort setzt die Evangelische Jugend Stuttgart das TANDEM-Projekt an:
Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Herkunft aus dem Stadtteil haben die Möglichkeit am Mittagessen, Hausausaufgabenhilfe und der Ausbildung zu Integrationsmentoren teilzunehmen.
Pro Jahr werden 15 Jugendliche ab 14 Jahren mit und ohne Migrationshintergrund zu Integrationsmentoren ausgebildet. Der Kontakt zu Interessierten wird über Schulen, mit denen bereits Kooperationen bestehen hergestellt.

Die „Mentor/innen“ machen Angebote für Kinder und Jugendliche der weiterführenden umliegenden Schulen und in den Räumen der Evangelischen Jugend Stuttgart.

Ziele

…für Kinder und Jugendliche

  • An den Schulen wird das Klima zu vorurteilsfreien Begegnungen geschaffen.
  • Bestehende Gewaltbereitschaft wird abgebaut.
  • Die teilnehmenden Jugendlichen haben einen Zugang zur evangelischen Jugendarbeit gefunden. Zugangshürden sind durch Hospitationen und Praktika in unterschiedlichen Arbeitsbereichen abgebaut.
  • Die Bildungschancen der teilnehmenden Jugendlichen sind durch außerschulische Bildungsangebote (z. B. Juleica-Ausbildung) signifikant verbessert. Bestehende Bildungsbenachteiligung ist vermindert. (Siehe Jugendexpertise Seite 233 folgende)
  • Die ausgebildeten Jugendlichen sind in der Lage, Aktivitäten zur interkulturellen Begegnung zu gestalten und zu einem Klima der Verständigung beizutragen.
  • Die ausgebildeten Jugendlichen kennen ihre persönlichen Ressourcen und können sie beim Übergang von der Schule in die Ausbildung effektiv einsetzen.
  • Die teilnehmenden Jugendlichen sind in die Angebote und Strukturen der Evangelischen Jugend Stuttgart eingebunden.
  • Die teilnehmenden Jugendlichen haben eine Stärkung ihres Selbstvertrauens durch verantwortungsvolle ehrenamtliche Tätigkeit erfahren.

…für die Evangelische Jugend Stuttgart

  • Bei der Evangelischen Jugend Stuttgart sind interkulturelle und milieuübergreifende Öffnungsprozesse angestoßen worden. Sie ermöglichen die gegenseitige Wahrnehmung von Lebenslagen und Bedürfnissen und die Orientierung zukünftiger Angebote daran.
  • Attraktive neue Freizeitaktivitäten sind entwickelt worden („von Jugendlichen für Jugendliche“).

Vorgehensweise

1. Schritt: Gewinnung und Ausbildung der Mentor/innen
Aus bestehenden Kooperationen mit den Schulen werden 15 Jugendliche gewonnen, die sich in pädagogischen, rechtlichen, interkulturellen Themen (30 UE an Wochenenden / Nachmittagen) zu „Mentor/innen“ ausbilden lassen. Die Ausbildung beinhaltet neben der klassischen Schüler-Mentoren-Ausbildung vor allem Module zum Aufbau von interkultureller Kompetenz, zum Erkennen und Bearbeiten von Konflikten, zum Integrationsverständnis, zur Kommunikation und zur gegenseitigen Wahrnehmung.

2. Schritt: Entwicklung von innovativen Freizeitaktivitäten
Die ausgebildeten „Mentor/innen“ entwickeln gemeinsam mit einer pädagogischen Fachkraft innovative Freizeitaktivitäten.. Die Aktivitäten werden durch die „Mentor/innen“ angeboten.

3. Schritt: Kontinuierliche Begleitung der Mentor/innen
Bei der Durchführung der Freizeitaktivitäten werden die „Mentor/innen durch eine/n pädagogische/n Mitarbeiter/in der Evangelischen Jugend kontinuierlich begleitet. Information über und Einbindung in die bestehenden Angebote der EJUS sind dadurch gewährleistet.

4. Schritt: Die Mentor/innen übernehmen weitere ehrenamtliche Aufgaben und engagieren sich im Jugendverband
Mitarbeit in allen Bereichen der Evangelischen Jugend Stuttgart ist ausdrücklich erwünscht. So können die Mentoren bei Freizeiten, Waldheimen ebenso mitarbeiten wie bei bestehenden Projekten in den Gemeinden oder im Haus 44.

5. Schritt: Gewinnung und Ausbildung der zweiten Generation
Aus bestehenden Kooperationen mit den weiterführenden Schulen in der Stuttgarter Innenstadt werden weitere 15 Jugendliche gewonnen, die sich in pädagogischen, rechtlichen, interkulturellen Themen (30 UE an Wochenenden / Nachmittagen) zu „Mentor/“ ausbilden lassen. Die erste Generation der „Mentor/“ begleitet die zweite Generation im Sinne einer peer-to-peer-education.